Thüringer Teams auf inspirierender Lernreise

Wie funktioniert gute Schule in einer herausfordernden Lage, wenn Vielfalt und hohe Schüler:innenzahlen aufeinandertreffen? Im Februar 2026 besuchten 19 Fachkräfte aus Thüringen die Gesamtschule Bockmühle in Essen, um genau das zu entdecken und Impulse für die eigene Praxis mitzunehmen. An der Lernreise nahmen sechs Tandems aus Lehrer:innen und Teamteacher:innen, zwei Lerncoaches sowie die Organisator:innen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Thüringen vom Programm Erfolg macht Schule 2.0 und dem Verein Kindersprachbrücke Jena e.V. teil.

 

Diesen Beitrag und noch viele weitere interessante News findest du auch auf der Website der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung:

 

Gemeinsam geplant: Von der Idee bis zur Umsetzung

In der langjährige Partnerschaft zwischen dem Thüringer Programm der DKJS Erfolg macht Schule 2.0 und dem Verein Kindersprachbrücke Jena e.V. entwickelte sich die besondere Idee einer gemeinsamen Hospitationsreise. Die DKJS übernahm dabei eine zentrale Rolle im Prozess. Sobald eine passende Schule gefunden war, arbeiteten beide Partnerinnen eng und abgestimmt zusammen, um ein maßgeschneidertes Hospitationsprogramm zu entwickeln. Dabei standen die konkreten Bedarfe und Interessen der Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Doch die Reise ist mehr als nur ein Besuch vor Ort: Das Team der DKJS begleitete die Teilnehmenden auch methodisch und gestaltete den Lernprozess aktiv mit. So entstand ein lebendiger Austausch, der neue Perspektiven eröffnete und langfristige Impulse für die eigene Praxis der Tandems setzen soll.

 

Volle Flure, schnelle Schritte, viele Sprachen

Schon am ersten Tag in der Gesamtschule Bockmühle wurde klar: Hier läuft manches anders an einer Schule mit einem so großen Maßstab: 1.500 Schüler:innen und etwa 150 Lehrkräfte. Überall spürbar: Beziehung trägt Lernen und Sprachbildung ist die Grundlage zum Lernen. Die Teilnehmenden hospitierten in verschiedenen Klassen. Sie sahen Lernlabore, Selbstlernzeiten und DaZ-Unterricht. Schüler*innen arbeiteten auf unterschiedlichen Niveaus. Manche brauchten viel Unterstützung, andere gingen eigene Wege. Das forderte alle heraus.

,,Die Unterschiede sind größer, als ich dachte“, sagte eine Teilnehmerin. ,,Und trotzdem funktioniert vieles.“

Die Schule versteht sich als Ort sozialen Lernens. Klassenrat, Wochenziele und Sozialziele strukturierten den Alltag, gleichzeitig erforderte die Heterogenität ein starkes Team.

 

Haltung mit Mut zur Veränderung

Besonders beeindruckend war die Haltung, die die Schulleitung unter Julia Gajewski und die didaktische Leitung unter Anja Michalik konsequent vorlebten.

„Wenn sich Schüler:innen verändern, verändern wir uns mit ihnen.” Das Kollegium probiert, reflektiert, passt an und startet neu. Immer mit dem Fokus darauf, was die Schüler:innen tatsächlich brauchen.

Verschiedenste Schulentwicklungsguppen treiben strategische Themen voran. An einer durften die Teilnehmenden live teilnehmen: Die AG Bildungscampus. Hier arbeiten viele Perspektiven zusammen:
Vertreter:innen aus Wissenschaft, Stadt, Schulsozialarbeit und der Schule sitzen an einem Tisch. Im Zentrum stand der Bildungscampus Bockmühle. Eine Öffnung der Schule in den Sozialraum, er vernetzt den Stadtteil und holt Beratung, Freizeit und Kultur in den Alltag der Schule.

 

Neue Impulse und viel Motivation

Täglich saßen die Tandems zusammen, tauschten sich aus und ordneten Eindrücke. Sie nutzten die Zeit für Perspektivwechsel, Selbstreflexion und konkrete Planungen. Sie schauten, was zum eigenen Schul- und Unterrichtsalltag passt und was nicht. ,, Wir haben gemerkt, dass wir schon viel erreicht haben“ , sagte eine Teilnehmerin. ,,Das hat gutgetan.“ Gleichzeitig nahmen die Thüringer:innen zahlreiche Impulse, Methoden und Ansätze für ihre eigene Praxis mit und darüber hinaus auch eine große Portion Motivation.
Wir bedanken uns bei allen beteiligten Lehrkräften der Gesamtschule Bockmühle, der Schulleiterin Julia Gajewski und der didaktischen Leitung Anja Michalik für die Gastfreundschaft und die Offenheit, uns an ihrem Schulalltag und ihren Erfahrungen teilhaben zu lassen.

 

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Das Programm Erfolg macht Schule 2.0 wird gefördert durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus

 

 

 

 

 

 

 

 

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Auf einen Blick

Wann
25.02.2026 – 27.02.2026
Für wen
Bei dieser Lernreise handelte es sich um eine Kooperationsveranstaltung mit dem Verein Kindersprachbrücke Jena e.V.