Rückblick: Fachtagung 2026

Starke Schule – Starkes WIR! Gemeinsam für mehr Lernerfolg, Wohlbefinden & mentale Stärke

Auf unserer TaskCard finden Sie die Dokumentation zur Veranstaltung sowie wertvolle Materialien zu den Keynotes und Workshopinhalten der Fachtagung. Zur Taskcard

Rund 130 Teilnehmende aus dem schulischen und außerschulischen Umfeld, darunter Lehrkräfte, Schüler:innen, Schulleitungen, pädagogische Fachkräfte sowie Verantwortliche aus Politik, Wissenschaft und der Schulaufsicht kamen am 28.04.2026 in der Imaginata in Jena zusammen, um gemeinsam über Lernerfolg und die Verbesserung des Schulklimas und Wohlbefindens an Thüringer Schulen zu diskutieren. In Vorträgen, Workshops und moderierten Tischgesprächen lernten und diskutierten die Teilnehmenden über konkrete Fragen aus dem Schulalltag, darunter die Entwicklung emotionaler Kompetenzen in der Schule, die Mitgestaltung des eigenen Lernens durch Kinder und Jugendliche, eine positive Feedback- und Fehlerkultur, aber auch Themen wie Schutz vor Diskriminierung, Teamarbeit im Kollegium oder der Umgang mit Störungen im Unterricht.

„Aktuelle Studien zeigen, dass sich viele Schüler:innen, aber auch Lehrkräfte belastet fühlen. Gleichzeitig wissen wir: Lernerfolg hängt eng mit dem Wohlbefinden zusammen. Das gilt auch für Lehrkräfte: nur wer selbst motiviert, gesund und von positiven Glaubenssätzen geleitet ist, kann erfolgreich unterrichten“, sagt Prof. Dr. Uta Klusmann, Keynote-Speakerin auf der Fachtagung „Starke Schule, starkes Wir – Gemeinsam für mehr Wohlbefinden, Lernerfolg und mentale Stärke“ des ESF-geförderten Thüringer Schulentwicklungsprogramms „Erfolg macht Schule 2.0“.

Auch die rund 30 Schüler:innen verschiedener Regel- und Gemeinschaftsschulen in Thüringen, die an der Fachtagung teilnahmen, meldeten sich immer wieder zu Wort und brachten ihre Perspektive und Bedürfnisse für Schule und Lernen in die Diskussion ein: „Lehrkräfte sollten ein offenes Ohr für die mentalen Herausforderungen der Jugendlichen haben und schauen, ob sie Wege finden, ihnen zu helfen, wenn es nötig ist“, sagte Schüler Tobias von der Staatlichen Regelschule Andreas Reyher in Gotha. Eine andere Schülerin beschrieb den „Stress zu Hause“ bei schlechten Noten. „Es fühlt sich schlecht an, wenn man immer wieder eine schlechte Note bekommt. Man denkt irgendwann, ich kann das eh nicht und gibt auf“.

Diesen Befund untermauert auch die Forschung:

„Beim Lernen ist es wichtig, den eigenen Fortschritt und die Anstrengung zu sehen, anstelle des Vergleichs mit der Leistung anderer“, betonte Dr. Katharina Asbury vom Kieler Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN), die die zweite Keynote des Tages hielt. „Wir wissen aus der Forschung, dass ein Growth-Mindset bei Schülern, also der innere Glaube daran, dass Kompetenzen gelernt und verbessert werden können, maßgeblich sind für Lernerfolg – mehr als die Annahme von reinem Talent“, sagt Asbury. Auch die positive Haltung zu Fehlern spiele eine wichtige Rolle. „Lehrkräfte können über die Art, wie sie Leistung einschätzen und an Schüler rückmelden, lernhinderliche oder aber auch lernförderliche Glaubenssätze verankern“.

Felix Knothe, Leiter des Referats Bildungschancen im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur machte deutlich, dass es neben dem hohen Fokus auf den Fachkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Rechnen auch eine stärkere Hinwendung an Schulen zu den Themen mentale Gesundheit und pädagogische Haltungen brauche:

„Die Thüringer Schulen arbeiten an der Entwicklung von Qualität im Unterricht, damit Lernen besser gelingt. Wir sind froh, dass wir diejenigen, die besonders herausgefordert sind, mit dem ESF-Projekt ‚Erfolg macht Schule 2.0‘ gezielt unterstützen können. Die DKJS ist dabei ein starker Partner. Die Fachtagung hat wichtige Zukunftsthemen auf die Agenda gesetzt und ich bin sicher, dass das eine gute Wirkung entfalten wird“.

Anna-Margarete Davis von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sagt: „Wenn es uns in der Schule gelingt, weg von der Defizitorientierung zu kommen und darauf zu fokussieren, was jede:r Einzelne mitbringt, sind wir schon einen großen Schritt in Richtung Wohlbefinden gegangen. Das ist eine Haltung, die ganz viel bewirkt und die sicher auch im Startchancenprogramm noch stärker Bedeutung bekommen wird“.

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Auf einen Blick

Wann
28.04.2026
8.00 - 15.30 Uhr (Eröffnung ab 08.45 Uhr)
Für wen
Schulleitungen, Lehrkräfte, sozialpädagogische Fachkräfte, Mitarbeitende der Schulverwaltung, Schüler:innen
Wo
Imaginata Jena ( Löbstedter Str. 67)