Rückblick: Konzeptwerkstatt
Lernen fördern statt nur bewerten
Noten bewerten Ergebnisse. Sie zeigen jedoch selten, wie individuelle Lernprozesse ablaufen. Wie kann Schule Leistung so rückmelden, dass sie Lernentwicklung fördert, statt nur zu bewerten? Unter dem Themenschwerpunkt “lernförderliche Leistungseinschätzung” kamen am 20. Mai 2026 mehr als 50 Schulleitungen, Lehrkräfte und Mitglieder von Schulsteuergruppen im Zinzendorfhaus in Neudietendorf zusammen, um ihre eigene schulische Praxis konkret weiterzuentwickeln und lernförderliche Ansätze stärker in ihren jeweiligen Schulalltag zu integrieren.
Hier geht es zur TaskCard der Veranstaltung.
Austausch, Impulse und konkrete Entwicklungsarbeit
Das Programm Erfolg macht Schule 2.0, welches zur Konzeptwerkstatt eingeladen hatte, begleitet 34Thüringer Regel- und Gemeinschaftsschulen in herausfordernder Lage bei ihrer Schulentwicklung. Die Konzeptwerkstatt bietet den Schulen Raum, um gemeinsam an zentralen Entwicklungszielen zu arbeiten. Dieses Mal stand die lernförderliche Leistungseinschätzung im Mittelpunkt – ein Thema, welches vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) gesetzt wurde.
Lernförderliche Leistungseinschätzung ist ein wichtiger Schlüssel, um Schülerinnen und Schüler gezielt in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
sagt Antina Hochberg, zuständige Referentin im TMBWK. Dabei sei es dem Ministerium wichtig, das Schwerpunktthema auch praxisnah an den Schulen auszubauen.
Von der Forschung in die Praxis
Zum Auftakt der Veranstaltung gab Valeska Pannier, Interimsprogrammleiterin von Erfolg macht Schule 2.0 bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur lernförderlichen Leistungseinschätzung.
Forschung zeigt, dass Lernen besonders erfolgreich ist, wenn Lernende hilfreiche Rückmeldungen erhalten, ihre Fortschritte verstehen und schrittweise mehr Verantwortung für ihr Lernen übernehmen.
Lernförderliche Leistungseinschätzung ist keine Frage von „Noten ja oder nein“, sondern von wirksamer Rückmeldung, klaren Lernzielen, adaptiver Unterstützung und einer stärkenorientierten Lernkultur.
betonte Pannier.
Fehler als Ressource im Lernprozess
In zwei Workshops vertieften die Teilnehmenden die Thematik. Helke Felgenträger von der Jenaplan-Schule Jena beschäftigte sich mit der veränderten Rolle von Lehrkräften als Lernbegleiter und Lernberater. Dabei stand auch die Bedeutung einer konstruktiven Fehlerkultur im Mittelpunkt.
Wenn Schule kein Ort sein darf, an dem Fehler gemacht werden, wo dann?
fragte Felgenträger. Fehler seien wichtige Hinweise im Lernprozess und könnten Lernentwicklung sichtbar machen sowie die Selbstwirksamkeit von Schüler:innen stärken.
Lernprozesse sichtbar machen
Robin Remus von der Jenaplanschule Weimar stellte konkrete Instrumente der lernförderlichen Leistungseinschätzung vor. Dazu gehören unter anderem Kompetenzraster, Lernjournale, Peer-Feedback, formative Diagnostik und Lernentwicklungsgespräche.
Diese Verfahren helfen Schüler:innen, ihren Lernstand einzuschätzen, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen und individuelle Lernwege zu gestalten.
Schulentwicklung gemeinsam gestalten
Im Verlauf des Nachmittags arbeiteten die Schulen an konkreten Umsetzungsschritten für ihre jeweiligen Schulentwicklungsprozesse. Dabei wurden sie durch die Prozessberaterinnen des Programms beraten und unterstützt. Ziel war es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in verbindliche, alltagstaugliche Praxisformate der Schulen zu übertragen. Die Konzeptwerkstatt machte deutlich:
Eine lernförderliche Leistungs- und Lernkultur entsteht nicht über Nacht. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt – durch gemeinsame pädagogische Haltungen, kontinuierliche Entwicklungsarbeit und den Austausch guter Praxis.
Zum Abschluss zog eine Lehrkraft ein positives Fazit:
Zu sehen, was bereits da ist, war sehr hilfreich. Das gibt Motivation und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.
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